Körpergebet

Bewegte Meditation,  Körpergebet

In vielen Kulturen sind Rituale, Bewegungsabfolgen oder Übungen bekannt, die aus der Verbundenheit von  innerer Welt, dem Körper und dem Kosmos entstanden sind.
Sie dienen sowohl dem ins Fliessen bringen der Energien und Körpersäfte, als auch der Reinigung des Aura-Feldes, und der Emotionen, dem Zentrieren, Fokussieren und Ausweiten des inneren Raumes. Merdiane und Chakren können als Grundgerüst für den Aufbau dienen . Mit dem Wenden an eine höhere Kraft ensteht die Offenheit mit dieser Qualität gefüllt zu werden – oder die Kraft bekommt wieder Raum im Körper und Geist, wo sie (auch) wohnt. Gesten oder Handlungen können vorkommen, denn Gebete beinhalten Worte oder Gedanken, die die Ausrichtung führen und begleiten. Die Bewegungen spiegeln die Inhalte auf körperlicher Ebene wieder.

Jedoch entsteht auch ein Dialog mit der ausführenden Person und der höheren Ebene, in dem harmonischer Ausgleich oder Antwort für konkrete Fragestellungen angestrebt werden können. Körpergebete sind eng verwandt mit schamanischen Tanzritualen, sind aber für den Alltagsgebrauch geeignet, da sie ohne Leitung, Gruppe und Musiker allein ausführbar sind.

Die innere Ausrichtung ist dabei wesentlich und die sichtbare Bewegung drückt die inneren Vorgänge aus. Umgekehrt kann die äußere Bewegung als „Anker“ für die Zellerinnerung verwendet werden, um wieder in den gewünschten Zustand des Einklangs zu kommen.

Warum mit dem Körper beten?  Körpergebet kleiner grünlichDie Verkörperung der Bedeutung spricht eine konkrete und tiefe Ebene in uns an, anders als Worte oder Gedanken allein es können. Da es keine Verneinung oder Lügen auf körperlicher Ebene gibt, haben wir einen wunderbar ehrlichen Partner/Lehrer/Schüler immer bei uns, den wir beobachten, trainieren und deuten können und dessen Sprache für die Intuition sehr hilfreich ist.

Das Sonnengebet im Yoga oder verschiedene Tai-Chi Folgen sind zb. im Westen bekannte Formen, (auch wenn dabei manchmal eher gymnastische Aspekte im Vordergrund stehen, oder das Energie-System des Indiviuums).  Wie einfach oder kompliziert eine Abfolge ist, variiert. Wie Samuel Lewis (der ‚Vater‘ der Dances of Universal Peace) sagte: ‚ If you wanna have complexity, you can have it – but it’s about simplicity.‘ Das auf-die-Knie-Gehen und Aufstehen in christlichen Gebeten kann als Rudiment eines Körpergebetes, einer Niederwerfung im Bitten gesehen werden. In vielen Kulturen, v.a. schamanischen Kontexten, ist das Beteiligen des ganzen Körpers am Gebet üblich. Eine tradierte Form des täglichen Gebets der nordamerikanischen Tsalagi (Cherokee) ist der „Dance of Life“, eine Bewegungsabfolge mit Gesang. Wie auch in anderen Kulturen gibt es in Mexiko (Tolteken, Azteken) noch viele Gebets-Tanz-Bewegungen zu den Elementen und Krafttieren und vielem mehr. Religionen afrikanischen Ursprungs sind ebenso eine wahre Fundgrube auf dieser Ebene (Ibo, Orixas, Candomble, Vaudun etc.). Der Übergang von Ritual, Tanz, Lied zu Geschichtenerzählen, Theater oder Aufstellungs-Elementen ist in vielen Fällen fliessend.

Ich freue mich, die Übung vom „Tsalagi – Dance of Life“ und den „Chamomila’s Song“, einer nährenden Elemente-Verinnerlichung, als Körpergebete weitergeben zu können. Beides begleitet mich schon seit vielen Jahren.
Termine auf Nachfrage.